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Jun
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Sportgeräte aus Pappe…

Gepostet am 23. Juni 2015 von in Allgemein

Einen Tag zur Inspiration konnte man anlässlich des DMY International Design Festival in Berlin erleben. „Das Festival zählt zu den bedeutendsten Events im Bereich Produktdesign in Deutschland. Nationale und internationale Designer präsentieren hier alljährlich ihre aktuellen Produkte, Prototypen und Projekte.“ – so die Pressemeldung. Das hat in einem engen Sinne nur wenig mit der klassischen Agenturwelt zu tun, dennoch wollte ich wissen, wie junge aber auch etablierte Designer auf neue Ideen kommen. Als eher prozessorientierter Mensch ist mir immer noch gut das Buch von Mario Pricken im Kopf, der mit „Kribbeln im Kopf“ methodisch an die Ideenfindung herangeht. Und genau dieses Schema hat sich bei der Suche nach neuen Ideen für mich verinnerlicht.Wenn man die Designideen des Festivals aus diesem methodischen Blickwinkel betrachtet, dann finden sich tatsächlich einige Ideen, zu denen man rückwärts betrachtet solche Methoden anwenden könnte. Beispielsweise die Tischtennisplatte aus Pappe mit der Frage „Wie kann Produkt, das es schon gibt, durch die Verwendung überraschender Materialien völlig neu entstehen?“. Selbstverständlich habe ich das Sportgerät gleich selbst getestet. Fazit: Das könnte in Agenturen manchen Kicker ersetzen. Gut, für einen Fußball-Kicker gibt es auch gleich noch eine neue Idee, nämlich die der Mobilität. Warum nicht den Kicker überallhin mitnehmen oder einfach platzsparend verräumen. Das gelingt mit mit „flix und seinen mobilen Träumen“. Auch das habe ich getestet und scheinbar selbst eine ganz neue Qualität in Sachen Fußball erlangt. Gewonnen!

Und auch altbewährte, vielleicht schon vergessene Fertigkeiten wurden neu inszeniert. Typografie lebendig gemacht. Über ein Laserverfahren lasert www.letterboxx.com komplette Schriftzüge aus einer MDF Platte heraus und fertigt so einzigartige Unikate.

Möbeldesign hat auf dem Festival eine große Rolle gespielt. Neben Ausstellungsstücken mit verschiedensten Charakteren hat mich besonders eine neue Befestigungslösung begeistert. Über einen Magnetverschluss bieten sich bei www.puzzles-living.de quasi unbegrenzt neue Möglichkeiten, Regale neu zu gestalten und selbst zu designen. Der Highlight dabei ist die Leichtigkeit, die das Plug & Play Prinzip durch das magnetische Möbelsystem ermöglicht. Und wer möchte, kann sich finanziell an dem Projekt beteiligen. Über eine Crowdfunding-Plattform wird aktuell Startkapital gesammelt. Ich bin dabei.

Eines meiner persönlichen Highlights war das Interview mit Robert Schnüll, Student an der HS Osnabrück. Mit dem Projekt „Remember the warm times“ hat er mit Heike Gabel und Niklas Thyen von der Hochschule Osnabrück im Studiengang Media Interaction Design ein Wearable entwickelt. Das „tragbare“ ist in diesem Fall ein Schal, der sich erwärmt, wenn man sich an einem Ort befindet, an dem Freunde etwas Schönes an einen selbst geschrieben haben. Der Schal ist also die erwärmende Erinnerung an schöne Emotionen. Mehr findet ihr auf rememberthewarmtimes.com.
Die Quintessenz aus allen Interviews, Eindrücken und Bildern ist für mich die Freiheit, die es braucht, um neue Ideen zu entwickeln. Freiheit für den Blick mit anderen Augen, ohne enge Grenzen und der Chance, bestehende Produkte, Geschäftsmodelle oder Dinge neu zu sehen. Dabei werden bekannte Muster die nur durch geringe Grenzüberschreitungen in einen völlig neuen Kontext und damit auch einen neuen Nutzen gesetzt. Nach gerade diesem neuen Nutzen sucht letztlich die Wirtschaft, um sich von Althergebrachtem und Bekanntem zu differenzieren. Einmal mehr macht es deutlich, dass neue Ideen auch eine Umgebung zur Entfaltung benötigen.

Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit bei all den neuen Ideen hat mich dennoch beschäftigt. Viele der Designer haben gerade die Freiheit der Entwicklung, den Spaß an der Sache und das Sich-Ausprobieren erwähnt. Ich habe niemanden getroffen, der sofort von einem Geschäftsmodell mit klaren Businessplänen gesprochen hat. Scheinbar steht die Idee im Vordergrund. Wenn also Ideen Freiheit brauchen, wie kann ich diese Freiheit messbar in Wirtschaftlichkeit fließen lassen?

Diese Frage möchte ich in Zukunft mit Agenturchefs in Deutschland klären. In Interviews, Erlebnissen und Projekten. Mehr dazu bald auf diesem Blog.

Tags: fuenfplus / Kreativität / Wirtschaftlichkeit

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